Erwachsener Hund oder lieber ein Welpe? (Teil 1)

Ein Hund darf einziehen, groß oder klein ist hier die Frage! (Lesedauer 4:30 min)

Für mich (Ivana) als PIUPET Team Mitglied ist das Thema "eigener Hund" schon lange etwas, mit dem ich mich auseinander setze. Jeder, der sich Gedanken über ein vierbeiniges Familienmitglied macht, wird sich zwangsläufig mit diesen Themen beschäftigen müssen:

Welche Rasse soll es werden?

Soll es überhaupt ein bestimmte Rasse sein?

Oder doch ein Hund aus dem Tierschutz?

Und diese Welpe, die sind ja auch total süß!

Diese Gedanken kreisen mir schon seit einigen Wochen durch den Kopf und es fühlt sich an, wie auf einem nie endenden Karrussel, mit vielen verschiedenen Fahrgästen und deren Erfahrungen. Wann ich aussteigen möchte und welche Richtung ich dabei einschlagen werde, weiß ich leider selbst noch nicht...

Im folgenden Text habe ich ein paar Vor-und Nachteile zur Adoption von Hunden aus dem Tierschutz zusammengefasst.

Vielleicht habt ihr über Instagram und Co. mitbekommen, dass ich seit kurzem in unserem Tierheim in Siegen als ehrenamtliche Gassi-Gängerin tätig bin! Es macht mir unheimlich viel Spaß, den Tieren meine Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Freude verdoppelt sich, wenn man sie teilt! Diese Gefühl habe ich bei jedem Vierbeiner, den ich abhole, um mit ihm meine Runden in der Natur zu drehen. Daher ist der Gedanke einem Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu geben, das "Oberargument" der Argumente. 

erwachsener Hund oder Welpe

Die ersten Gedanken

Hunde aus dem Tierheim sind mit vielen Vorurteilen behaftet. Sie sind verhaltensauffällig, ihre Vorgeschichte ist nicht bekannt und es gibt sicherlich einen triftigen Grund, wieso der Hund im Tierheim gelandet ist. Das sind die ersten Bedenken, die einem durch den Kopf gehen und die auch mir in den Kopf gepflanzt wurden. Meiner Meinung nach, sollte man nie alle Hunde über einen Kamm scheren. Manchmal liegt es auch an den Hundehaltern, die mit dem Tier überfordert waren und den Hund deshalb dem Tierschutz überlassen haben. Meine Vorstellung einen Hund aufzunehmen, der nicht zu mir passt oder mit dem ich selbst überfordert sein könnte, habe ich sofort ablegen können, nachdem ich die Mitarbeiter des Tierheims in Siegen kennen lernen durfte. Durch die jahrelange Erfahrung und den sicheren Umgang mit den Tieren, bin ich überzeugt, dass viele Hunde das richtige Zuhause finden werden. Die Mitarbeiter können schnell feststellen, ob der Hund mit Katzen verträglich ist, Grundkommandos beherrscht oder mit Kleinkindern wohnen kann. Letztendlich kommt es auch auf die Gegenseite an. Habe ich ausreichend Hundeerfahrung, passen meine Lebensumstände zu dem Hund? All das, wird bei einer Adoption aus dem Tierschutz berücksichtigt und wenn dies nicht der Fall sein sollte, überprüft bitte unbedingt die Organisation!

Bei erwachsenen Hunden können die Charakterzüge häufig durch das Tierheimpersonal angegeben werden. Somit weiß man ziemlich genau, wem du ein neues zu Hause schenkst! 

Die Bedürfnisse des Hundes und unsere Bedürfnisse

Wir sind gerne und viel unterwegs, arbeiten von zu Hause und verbringen viel Zeit mit unserer Familie und Freunden. Auch diese Umstände, werden die Mitarbeiter der Organisation berücksichtigen. Zugute kommt, dass wir im Homeoffice arbeiten und den Hund ständig um uns herum hätten. Es wäre eher schwieriger den Hund daran zu gewöhnen, dass er alleine bleibt. Doch auch hier sehe ich den Vorteil bei einem erwachsenen Hund. Vor allem, wenn man einen Vollzeitjob hat, sind die ersten Wochen der Umstellung mit einem erwachsenen Hund leichter zu verkraften, als mit einem Welpen.

Lange Spaziergänge im Stadtwald, mit einem großen Hund sind ebenfalls weniger problematisch. Vorausgesetzt, man holt sich keinen Senior, dann nützt auch das Alter nichts!

Ein absolutes Highlight ist, wenn der Hund signalisieren kann, dass er mal nach draußen muss! Auch hier hat ein erwachsener Hund mehr Kontrolle darüber, als ein Welpe. Nächtliches Gassi-Gehen bleibt dir also erspart.

Bei einigen Hunden aus dem Tierschutz, wir man die Vorgeschichte leider nie erfahren können. So kann es vorkommen, dass der Hund sehr ängstlich ist und ihm viele alltägliche Situationen, wie Auto fahren nicht geheuer sind. Dies stellt das zukünftige Herrchen vor große Herausforderung. Unsicherheit und Angst spielen sicher auf beiden Seiten eine große Rolle. Schaffst du es, deinem familiären Neuzugang die Angst und Ungewissheit zu nehmen, steht einer vertrauten Beziehung nichts mehr im Wege. Der Hund wird dir auf ewig dankbar sein, dass du ihm ein neues Zuhause geschenkt hast!

Hunde aus dem Tierschutz

Kostenfaktor

Die Kosten, die durch die Grundausstattung auf einen zu kommen, sollten von Anfang an bekannt sein. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es mehr kostet sich für einen Welpen als für ein erwachsenes Tier zu entscheiden. Es sind nicht nur die unzähligen Geschirre und Spielzeuge, die ein erwachsener Hund nicht mehr benötigt sondern auch Tierarztkosten, wie zum Bsp. die Kosten für eine Kastration des Hundes. Falls ihr euch für einen älteren Hund entscheidet, gilt dies natürlich nicht! Auch Hunde haben im Alter ihre Probleme. Erkrankungen wie Arthrose  und Diabetes Mellitus können schnell ein ungeplanter Kostenfaktor werden. 

FOMO (fear of missing out) bei der Adoption

In mir schlummerte schon immer ein kleiner Hundemensch. Das Gefühl wurde durch meine Arbeit bei PIUPET und die Besuche im Tierheim natürlich verstärkt. Mein Wille einen Hund ins "Team" zu holen, war nie größer. Doch sollte man auch hier nichts überstürzen! Ein Hund fordert ein extreme Umstellung, dessen muss man sich bewusst sein. Am liebsten hätte ich schon mehrere Hund aus dem Tierheim zu uns nach Hause geholt, doch wie sagt man so schön:

"Eine Katze sucht sich ihren Menschen aus. Ein Hund auch!"

Ich bin mir sicher, dass viele Menschen es spüren, wenn zwischen ihnen und dem Hund eine magische Verbindung besteht. Lasst euch Zeit bei der Suche eures Vierbeiners und lasst euch vor allem gut durch die Mitarbeiter des Tierheims beraten. Einem Hund aus dem Tierschutz ein zu Hause auf Dauer zu schenken, ist im Sinne aller Beteiligten! :)

Falls du wissen möchtest, ob ein Welpe besser in deinen Alltag passt, dann musst noch ein wenig Geduld für Teil 2 aufbringen!

Herzlichst <3

Ivana